Unterheinsdorf: Pressekonferenz gibt Überblick über unklare Ausdehnung der Katastrophe

In einer Pressekonferenz standen nun zahlreiche Beteiligte des Brandes bei der Unterheinsdorfer GtO Rede und Antwort. Dabei kamen nun zahlreiche Details und Pannen ans Licht.

Bereits im Vorfeld kam es zu Gerüchten, dass die Brandmeldeanlage in der betroffenen Halle defekt war. Nun gab die Geschäftsführerin Katrin Möckel aber zu, das es nur in Halle 2 eine derartige Anlage gab. In Halle 1, welche 2004 erbaut wurde, verfügte auf Grund der damaligen Sicherheitsauflagen nicht darüber.

Weiterhin gab es auch durch uns zahlreiche Fotos von zerfressenen Feuerwehrschläuchen. Nun ist klar, das was schon durchgesickert ist: Es sind größere Mengen von Säure ausgetreten – auf diverse Arten. 300.000 Liter Säure befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes auf dem Gelände. Ein Teil davon hat sich mit dem Löschwasser vermischt und ist so in die  Regen- und Schmutzwasserkanäle sowie auf die angrenzende Straße gelaufen. Der Abwasserzweckverband (ZWAV) habe den Abfluss der beiden im Gewerbegebiet liegenden Regenbecken rechtzeitig abgeschiebert, so dass das Chemikaliengemisch und kontaminiertes Löschwasser nicht habe in den Schmalzbach gelangen können.

In den genommen Luftproben konnten zudem Salzsäuresubstanzen ermittelt werden. Die betroffenen Proben stammen dabei direkt vom Brandherd. Zu den entnommenen Bodenproben aus den Ortsgebieten Heinsdorfer Grund, Schönbrunn, Lengenfeld und Waldkirchen liegen indes noch keine Ergebnisse vor.

32 Kameraden verletzt

Während es erst hieß die 32 Kameraden der Feuerwehr nur auf Grund von Erschöpfung, Hitze und Dehydrierung behandelt werden mussten, rudert man nun auch hier zurück. Wie bereits in den sozialen Medien bekannt geworden, erlitten auch einige der Kameraden auch Reizungen der Atemwege – auf Grund eingeatmeter Gase, welche ätzend waren. Vier der Kameraden sind zudem immer noch krank geschrieben.

Die Brandursache ist indes immer noch völlig unklar, da die Kripo ihre Arbeit immer noch nicht aufnehmen konnte, da sich in der Halle immer noch Schadstoffe befinden. Die sich in den Regenbecken gesammelten Schadstoffe werden in Behälter abgepumpt und in eine Entsorgungsfirma nach Bitterfeld verbracht, so Umweltfachamtleiter Tobias Pohl.

Bjørn Max Wagener

Freier Journalist • BOS-Reporter • Gründer von Vogtland Blitzer

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