Unterheinsdorf: Großbrand in Industriebetrieb

Am späten Mittwochnachmittag kam es aus bisher ungeklärter Ursache zum Großbrand in der Fertigungshalle eines Betriebes für Galvanisierungstechnik. Da bereits zu Einsatzbeginn nicht abgeschätzt werden konnte wie sich die teilweise bis nach Zwickau und ins Erzgebirge sichtbare Rauchsäule verhält, sperrten Kräfte von Polizei und THW die A72 sowie B94 in der betroffenen Region beidseitig ab.

Kritik an Warnungen des Landkreises

Über verschiedene Warnsysteme wurden die Einwohner in Lengenfeld, Treuen, Heinsdorfergrund und Reichenbach vorsorglich gewarnt und dazu aufgerufen Fenster und Türen geschlossen zu halten. Betroffene Anwohner äußerten hierzu aber starke Kritik an der Art der Warnung. So sei die Warnung erst Stunden nach Bekanntwerden des Brandes herausgegeben worden. “Die Rauchwolke zog bereits über unser Haus hinweg, bevor die Bevölkerung überhaupt gewarnt wurde”, so eine Betroffene unserer Redaktion gegenüber. Weitere Bürger äußerten sich in den sozialen Medien weiterhin darüber kritisch, das bei einem Brand mit diesen Ausmaßen keine Warnung über die vorhandene Sirenen durchgeführt wurde.

Indes wurden in und um das Brandobjekt zahlreiche Proben entnommen und Messungen durchgeführt. Die Auswertung der Proben liegt indes noch nicht vor. Welche Gefahrstoffe in die Luft freigesetzt wurden oder anderweitig in die Umwelt gelangen ist aktuell ebenfalls noch unklar. Das LRA Vogtlandkreis hat allerdings mit sofortiger Wirkung auf unbestimmte Zeit ein Schöpfverbot für Brunnen in der Ortslage Heinsdorfergrund erlassen.

Über 20 verletzte Kameraden der Feuerwehr

Während alle Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens das Objekt unbeschadet verlassen konnten, mussten sich 28 Kameraden der Feuerwehr Behandlungsmaßnahmen unterziehen. Während 17 vor Ort ambulant versorgt wurden, mussten 11 zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser verbracht werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand zeigten alle der verletzten Kameraden Erschöpfungssymptome, die vermutlich auf die komplexen Einsatzmaßnahmen und die vorherrschende Witterung zurückzuführen sind.

Es waren insgesamt rund 350 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk, Landratsamt und Stadt Reichenbach im Einsatz. Zur Stunde sind immer noch Einsatzkräfte vor Ort gebunden und führen weitere Restarbeiten durch.

 

Bjørn Max Wagener

Freier Journalist • BOS-Reporter • Gründer von Vogtland Blitzer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.