Hochschule der Sächsischen Polizei: Sachverständiger soll Prüfungswesen unter die Lupe nehmen

Aktuell wird gegen einen Mitarbeiter der PolFH Rothenburg wegen Manipulationsvorwürfen ermittelt. Zudem wurde der Mitarbeiter vom Dienst suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Grund dafür ist ein mutmaßlicher Betrug des Dozenten, welcher von Studenten gemeldet wurde: Sie behaupteten, Kurssprecher hätten im Büro des Regierungsrates, der im Studienreferat arbeitete, Prüfungsaufgaben mit dem Handy abfotografieren dürfen, während der Dozent den Raum verlassen habe. Danach sollen die Aufgaben für rund 170 Studenten des 24. Jahrgangs im Internet veröffentlicht wurden sein. Als Beweis legten die Studenten, welche dem Betrug nicht beiwohnen wollten, die Prüfungsaufgaben vor. Dabei zeigte ein Vergleich schnell, es waren die noch geheimen Abschlussprüfungen für Recht und Politik.

Auch beim 23. Jahrgang wurden 16 Anwärter nicht zu Kommissaren ernannt, da es bei ihnen bereits Ungereimtheiten bei den Prüfungen gab. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten würde dies bedeuten, das auf den sächsischen Revieren mehrere hundert Kommissare, welche für Recht und Ordnung sorgen sollen, sich ihren Dienstgrad quasi ergaunert hätten.

Ich möchte, dass die Vorwürfe um die Manipulation von Prüfungen an der Hochschule der Polizei genau und umfassend aufgeklärt werden. Gerade beim Führungsnachwuchs der Polizei kommt es auf innere Haltung und Charakter an. Mitarbeiter und Studenten an der Hochschule der Polizei sind in ganz besonderem Maße an Recht und Gesetz gebunden.

Ich habe mich aus aktuellem Anlass entschlossen, die Abläufe und das Prozedere an der Hochschule genau untersuchen zu lassen. Das gilt insbesondere für alle Fragen des Prüfungswesens. Diese Überprüfung an der Hochschule soll von einem Sachverständigen geleitet werden. Mein Ziel ist es, dass dieser Sachverständige und sein Team bereits im November mit der Arbeit beginnen und wir im Frühjahr 2019 seinen Bericht vorliegen haben.
Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller

Anmerkung der Redaktion: Bis zur völligen Klärung der Vorfälle gilt für uns weiterhin die Unschuldsvermutung, weshalb wir weder Dozent noch Studenten, welche möglicherweise betroffen sind, vorverurteilen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministerium des Innern.

Bjørn Max Wagener

Freier Journalist • BOS-Reporter • Gründer von Vogtland Blitzer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.