TETRA BOS: Sachsen prüft Smartphones als Ergänzung zum Digitalfunk

Bayern macht es vor, Sachsen könnte nachziehen. Die Rede ist von dienstlichen Smartphones für die Landespolizei. Diese sollen den bereits seit einigen Jahren eingeführten, digitalen Behördenfunk, ergänzen. So ist es entgegen den Versprechungen bisher nicht möglich Foto- oder gar Videomaterial über das Digitalfunknetz zu übertragen. Auch Feuerwehren versprach man damals Bio-Daten von Atemschutzgeräteträgern übertragen zu können, was bisher auch nicht möglich ist.

Die Anforderungen an TETRA BOS wurden indes schon 2002 formuliert. Damals ging es tatsächlich nur um Sprechfunk, wie Michael Baum, Pressesprecher der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) indes mitteilt. Eine sinnvolle Gruppenkommunikation sowie Einsatzleitung sei trotzdem nur über ein Funksystem zu realisieren.

Trotz Milliarden immer noch Funklöcher

Landesweit stehen nach Angaben der BDBOS landesweit 254 Basisstationen, welche 96 Prozent der Landesfläche abdecken. Zudem seien 39 400 Endgeräte vorhanden, davon 26 800 im nichtpolizeilichen Einsatz. Eine Abdeckung von 100 Prozent sei laut der BDBOS aus geographischen, technischen und physikalischen Gründen praktisch nicht möglich. Besonders betroffen seien vor allem die Grenzregionen zu Tschechien und Polen sowie das Erzgebirge.

Welche Geräte man letztlich allerdings in den Polizeidienst einbringen möchte, ist indes noch völlig unklar. Zudem werde man wohl auf eine spezielle Software zurückgreifen müssen, welche eine Kommunikation auf verschlüsselten Wegen ermöglichen – welche den polizeilichen Standards entsprechen. Bayern setzt in diesem Fall auf iPhones mit dem Teamwire-Messenger.

Bjørn Max Wagener

Freier Journalist • BOS-Reporter • Gründer von Vogtland Blitzer

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